tAUSChEN StAtt kAUfEN!

GEhiRNbRAUSE

diE QUAl dER WAhlPlAkAtE.

Wer sich die gegenwärtige Wahlwerbung anschaut, gewinnt schnell den Eindruck, dass sich die Parteien mit möglichst wenig Profil profilieren wollen. Moment. Mit möglichst wenig Profil profilieren: geht denn das? Nein. Geht nicht. Trotzdem empfehlen ganz offensichtlich minderbegabte Agenturen, lieber nichts zu sagen, als irgendetwas zu versprechen. Man setzt lieber auf austauschbare Floskeln à la (bitte hinsetzen, jetzt wird es für alle sehr aufregend): Einsatz für ein soziales und gerechtes NRW, Kompetenz entscheidet, Aufstieg durch faire Chancen.

Das sind Aussagen, die wahrscheinlich jede Partei unterschreiben würde, höchst wahrscheinlich sogar die NPD. Deshalb wittern die Kommunikationsexperten von getmoxie hier auch die faire Chance, ein für alle mal nachzuweisen, dass dies skandalös schlechte Werbung ist. Denn lässt sich das Logo in einem Plakat ohne weiteres mit dem der Konkurrenz austauschen – so sagt eine alte Werberbinse – ist die Anzeige schrott.

So die Theorie. In der Praxis lässt sich die Prämisse in eine siedendheiße Aktion gießen. Eine Aktion übrigens, bei der jeder Demokratie liebende Bürger zum Mitmachen aufgefordert ist. Wie das geht? Das sieht man hier >>>.

Die Redaktion | Kommentare

ON AiR

MOXiE tV – VOl. 2

In dieser Ausgabe:
Moxiemania Berichterstattung / Der Literaturlude empfiehlt: Das Menschenfleisch, 10 Wahrheiten, Deadwood / Moxie des Monats: Christian Jendreiko / Die Hausaufgabenfee gibt auf: ein Gedicht für einen Baum schreiben / Das Weltall berichtet von: popurls.com, bullshit.tumblr.com, good.is

Die Redaktion | Kommentare [1]

GEfühlSdiNGE

WiE MEiNE SEElE SiCh dERARt hEftIG VERStRöMt – AQUiSEtOOl LiEbESbRiEf

Liebe ist eine Unwahrscheinlichkeit, weiß der weltgewandte Systemtheoretiker zu sagen. Darum hat die Natur so ihre billigen Tricks, die Liebe wahrscheinlicher oder überhaupt möglich zu machen: zum Beispiel das Pfauenrad oder der Balztanz. Und der Mensch tut es ihr nach – der schlauen Natur: Männer werden Astronauten oder lernen Piano spielen, Frauen tragen hochhackige Schuhe oder legen Make-up auf. Doch wie jeder aus eigener Erfahrung weiß: Nicht immer hilft es, Astronaut zu werden oder hochhackige Schuhe zu tragen. Doch was hilft dann?

In der Tat gibt es einen Weg, sich aus dem Sumpf der Ratlosigkeit zu ziehen. Es gilt, das gute alte Hausmedium Liebesbrief aufzupolieren, um es im Glorienschein der Gegenwart aufblitzen zu lassen. Doch halt, bevor der Berufene nun überstürzt zum Federkiel greift, möge er über ein, zwei diffizile Angelegenheiten nachdenken. Es gibt nämlich Regeln. Es gibt die Regel, dass der erste Gedanke meist der richtige ist. Trotzdem ist ein: „Hallo Ute, ich find dich toll.“ nicht annähernd angemessen. Vielmehr ist es angebracht, den Gedanken in der Art eines wahren Künstlers zu formen, zu schleifen, zu drechseln. Man schreibt dann besser: „Liebe Signora, in der wunderbaren Architektur des Universums stand bereits seit dem ersten Tag der Schöpfung geschrieben, dass ich Euch begegnen und lieben würde.“ Das stammt übrigens von Eco und man kann es getrost so übernehmen, wenn man selber gerade keine Zeit dafür hat, ein wahrer Künstler zu sein.

Pah, das ist ja bloß abgeschrieben, mag jetzt manch einer denken. Das stimmt natürlich. Aber den Unkenrufern sei nun eine Lektion fürs Leben ans Herz gelegt: Lieber-gut-abschreiben-als-schlecht-selber-ausdenken. Ja, tatsächlich geht es hier um einen Aufruf zum Klauen, zum Diebstahl, zum Nicht-selber-schreiben. Und für diejenigen Leser, die es jetzt noch wagen, weiter zu lesen: Es kommt noch dicker. Ganz Ausgeschlafene machen sich nämlich die Mühe, von mehr als nur einem Autor zu klauen. Denn dann ist es nicht mehr Klauen, sondern Sampling, Kollage, postmodernes Zitat. Bekanntlich unterscheidet das die Literatur zum Beispiel vom Banküberfall.

Drum mag sich nun ein jeder aufgerufen fühlen, mindestens einen Liebesbrief zu schreiben, zum Beispiel an Anna Karina oder an einen Baum.

Alter Text (Brecht), interessantes Medium, überzeugendes Wirkungsversprechen: fertig ist der Liebesbrief.

Der Literaturlude | Kommentare

bERiChtERStAttUNG

DiE VOllE WAhRhEit übER diE MOXiEMANiA

Seit dem historischen Ereignis der moxiemania sind ein paar Tage ins Universum gegangen. Die moxie-Redaktion nahm derweil die Gelegenheit wahr, kräftig durchzuschnaufen und einmal kritisch ins Gericht zu gehen – mit dem Happening und auch mit sich selbst! Wir erinnern uns: Es galt am 27. Juni mittels einer Überproduktion an Kunst, den sich vampirisch bedienenden Kunstmarkt zu schrotten!

Dazu blitzte Starfotograf Christian Rolfes Schubkarren voll einzigartiger Portraitaufnahmen, die wir mithilfe aktueller Technologie (Rechner, Beamer) direkt in den Kunstmarkt speisten. Doch nicht genug der Fast-Art-Fabrikation! Parallel stellten wir x-beliebige Mitbringsel auf sogenannten Duchamp-Altären aus. Die Objekte erfuhren auf diese Weise eine quasi liturgische Wandlung zur Kunst hin!

Diese zwei narrensicheren Kulturtechniken, flankierten wir durch eine Betitelung aller beteiligten Menschen und Dinge. Das Ergebnis: Sowohl lebendige als auch tote Readymades, die dank klangvoller Namen, nun die nötige Geschmeidigkeit besaßen, um sie, sagen wir einmal als smart art, durch den strengsten Kritikerzoll zu mogeln!

Doch bei aller gebotenen Intellektualität ließen wir es selbstverständlich auch nicht an Krawallrhetorik mangeln. Ganz im Gegenteil: Wir jagten eine windig konstruierte Deckeninstallation symbolträchtig in die Luft. Dazu lieferten Daniel-auf-der-Mundharmonika, der DJ-der-mittanzt und ein echter MC einen glamourösen Happening-Soundtrack!

Und dennoch! Trotz zahlloser Superlativen müssen wir uns einen Lapsus zähneknirschend eingestehen: Die moxiemania 08 hat ihr Ziel um Haaresbreite verfehlt! Stichwort: Vater Staat! Dessen Exekutive griff gegen 2 Uhr morgens unsanft ein, so dass der Kunstmarkt noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen ist. Diesmal! Die Einsicht, dass Rom schließlich auch nicht an einem Tag zerstört wurde, soll uns ein Trost sein. Wir jedenfalls bleiben am Ballon.

(Achtung: Getmoxie berichtet übrigens ausführlich in der nächsten Moxie-TV-Ausgabe.)

Kunstwerk mit dem vollmundigen Titel: Alles außer Revolution ist Kokolores.

Die Redaktion | Kommentare

bERiChtERStAttUNG

DEN KUNStMARkt PUlVERiSiEREN – diE MOXiEMANiA

Ist die Kunst ein gut verzinstes Sparkonto? Eine Aktie für Superreiche? Oder etwa eine Immobilie in den South Hamptons? Wir, die Menschen von der moxie-Allianz, haben uns unsere eigenen Gedanken zu diesen wichtigen Fragen gemacht und sind auch auf eine Antwort gekommen: mitnichten!

Und mit dieser Meinung stehen wir nicht allein auf dem Museumsparkett! Joseph Beuys fand zum Beispiel, dass die Kunst eine Möglichkeit sei, die ergriffen werden müsse, um den sozialen Organismus aus seiner kranken Gestalt in eine gesunde überzuführen!

Doch die Wirklichkeit hinkt in dieser Sache nicht nur hinterher, sondern tanzt auch noch nach der Pfeife des Kapitals! Erst jüngst ging ein mit 8601 Diamanten verzierter Platin-Totenkopf für 75 Millionen Euro über die Museumsshoptheke. Der Profiteur: Damien Hirst! Dieser Künstler verlangt nämlich solch aberwitzige Mondpreise für seine Staubfänger! Und damit ist er nicht der einzige. Tatsächlich schnappt die soziale Schere zwischen Künstlern und Topmanagern immer weiter auseinander – so könnte man im SPD-Jargon formulieren. Tun wir auch – im Angesicht dieser schreienden Ungerechtigkeit!

In einer beispiellosen Aktion pulverisieren wir deshalb den Kunstmarkt. Er hat es verdient, wie wir gerade selbst nachgewiesen haben. Dazu nutzen wir, ungefähr wie beim Judo, die Kräfte des Gegners aus – also die des Marktes. Stichwort: Deflation! Im Rahmen der Moxiemania 08 steigern wir die Kunstproduktion und damit auch das Kunst-Angebot nahezu explosionsartig. Und zwar mit der Hilfe der Besucher! Also mit deiner Hilfe!

Denn wenn das Gesetz von Angebot und Nachfrage tatsächlich greift, sind im Anschluss die Kunstpreise ganz nachhaltig im Keller. Das ist dann ein schwarzer Freitag für den Markt und ein sonniger für Lieschen Müller: Die kann sich nämlich – wenn die Rechnung aufgeht – auch einen Picasso über das Billy-Regal hängen. Oder, wenn sie Picasso nicht schätzt, einen Chagall!

Darum komm am besten in Scharen! Wer daneben einen Bonusbeitrag zum Erreichen des hehren Ziels leisten möchte, bringt einen x-beliebigen Gegenstand mit, den wir gleich mit zur Kunst adeln – live vor Ort! Und ad hoc!

Die Redaktion | Kommentare

ON AiR

MOXiE tV – VOl. 1

In dieser Ausgabe:
Einführung in die Moxiemorphose / Moxie-Praxis: fight for the trees, ´ne Mio mal Bio, Produziere Liebe. Der Literaturlude empfiehlt: V, Story, Unser Herr Kille Kille /
Moxie des Monats: Rainer Rappmann / Die Hausaufgabenfee gibt auf: einen Obdachlosen zum Essen einladen.

Die Redaktion | Kommentare

GEhiRNbRAUSE

EXtREM GüNStiGE SPRAChREiSEN!

Es gibt nach wie vor keinen einheitlichen Standard im Kommunikationswesen der Menschheit – bloß ganz, ganz viele Insellösungen! Aufgrund dieses Malus muss man zum Beispiel den ein oder anderen Monat warten, bis ein pico bello übersetzter Takeshi Kitano in den heimischen Lichtspielhäusern eintrudelt. Oder vielleicht noch deprimierender: Man weiß nicht wie eine schöne Tuareg anzusprechen ist, wegen mangelnder Kenntnis der Landessprache. Die Konsequenz: Man muss entsprechend unverliebt wieder nach Hause fahren. Alles schon vorgekommen!

Fühlt sich Ottonormalbürger durch das Vorhandensein von Fremdsprachen also oftmals behindert, so ist dem sogenannten Pseudo-Intellektuellen sehr daran gelegen, ihr Erlernen zum Distinktionsgewinn zu nutzen. Sei es nun Latein, Französisch, Englisch oder auch Sanskrit: das Beherrschen möglichst vieler Sprachen verleiht ihm ein verführerisches Gewicht im Verkehr – glaubt er! Drum öffnet er sich auch andauernd der bilateralen Fremde, hebt Sprachschätze kistenweise und hockt total selbstzufrieden im quasi privat-babylonischen Elfenbeinturm. Von dort dünkelt er dann wort- und fremdwortreich auf Ottonormalvolk herab! Doch dabei hat er eins vergessen – der Pseudo-Intellektuelle, nämlich worum es eigentlich geht! Ist es denn nicht am wichtigsten, Erkenntnisse in Machtsphären zu tragen, sprich: zum Bildzeitungsleser hin?

Hey! Ein echter Großgeist verrät sich insbesondere dadurch, dass er wirklich mit jedem in seiner Sprache redet – auch Asi-Sprache! Dazu verlässt man ganz einfach regelmäßig das mit grauer Theorie verstopfte Inzest-Milieu und macht Vokabel-Sit-Ups.

Wie das geht? Na indem man mal hier ein Ghetto-Kid und mal dort den gemeinen Eckpintenbesucher belauscht, eben den sogenannten einfachen oder kleinen Mann. Nur diese stete Routine macht es nämlich, dass eine angenehme, flexibel dosierbare Wurstigkeit die eigene Sprache durchschimmert und der zappendustere Elfenbeinturm zum Leuchtturm wird! Doch es kommt noch dicker: Man hat nun möglicherweise auch bei einer schönen Tuareg bessere Karten. Vorausgesetzt sie gehört zu der Sorte einfacher oder kleiner Mann.

Für den nächsten Besuch in der Pinte: Papier, Feder und Tinte.

Der Literaturlude | Kommentare

kÖRPEREiNSAtZ

dER klEiNE FiNGER AlS RANdGRUPPE

Der kleine Finger überflüssig? Nein! Ihm wird nur zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt! Wie würdest du wohl aussehen, wenn man dich dein Leben lang nicht wirklich beachtete, du nur mit dabei wärst, weil du mit an der Hand hingst? Na also.

Dabei hat er auch schon bessere Zeiten erlebt! Viele erinnern sich vielleicht noch an das fünfte, sechste Schuljahr zum Beispiel am Gymnasium Haßloch, als der Kleine noch in seiner Bedeutung an zweiter Stelle direkt dem Mittelfinger folgte. In dieser Zeit brauchte man ihn noch, um Mitschüler elegant zu beschimpfen! Nur die Bedeutung war ein bisschen unklar, manche dachten, ihn zu recken, bedeute fick dich oder etwa verpiss dich, andere hingegen waren überzeugt, es hieße fick mich. Die ganz Cleveren hingegen waren unerschütterlichen Glaubens, dass sie damit die Aufforderung „lutsch‘ mir einen” gestisch unmissverständlich kommunizierten.

Wie dem auch sei, der kleine Finger war auf jeden Fall Instrument und Thema, es wurde regelrecht über ihn diskutiert! Das muss eine tolle Zeit für ihn gewesen sein, zumal er auch noch andere Aufgaben bekam, wie zum Beispiel das Ausbalancieren von Kaffeetassen. Wieso hat er sich also nicht weiterentwickeln können? Wieso?!

Unsere Schuld. Hätten wir ihn sich öfter beweisen lassen, wäre er nicht das, was er ist: der kleine Finger, eine Randgruppe unserer Hand.

Darum wollen wir dem Kleinen ab heute mehr Aufgaben, mehr Verantwortung geben, oder?

So groß kann ein kleiner Finger werden: mit kleinen Fingerübungen.

Lucien Garaudel | Kommentare

LEbEN & TOd

dER tOd StEht diR AbER GUt – PlädOYER FüR EiNE AdREttE tOdESStättE

Pyramiden, Mumifizierung, feierliche Verbrennung und Verstreuung: Es erfüllt den Menschen mit großem Behagen, einer Gattung anzugehören, die so vielfältige Todesrituale hervorbringt und allesamt zeigen, was für attraktive Dinge mit Leichen angestellt werden können – wenn beizeiten nicht (und wie so oft) Bevormundung und Kleingeisterei uns einen Strich durch die Bestattungsrechnung machen würde!

Der analytisch geschulte Beobachter urbanen Todes jedenfalls wird bei den Ästhetisierungsversuchen der Kummelgruppe Kirche/Staat internationales Niveau und Klasse vermissen: Mögen Grabsteine auch praktische Lokalisierungshilfen für Verwandte und Kinder sein, sie reihen sich doch immer nur zu den monoton-langweiligen Groß-Domino-Feldern. Irgendwie DDRmäßig!

Drum möge, wer ohne Streetcredebility-Einbußen die letzte Ruhe fristen will, bitte möglichst frühzeitig über eine erstaunliche Architektur, ein innovatives Design und entsprechende Schritte zur Realisation des Sichbestattens nachdenken! Denn die eigenen, hochgesteckten Vorstellungen werden in den meisten Fällen an altmodischen Verordnungen, wie den Friedhofszwang, abprallen und könnten deshalb etwas mit planungsintensiver Subversion zu tun haben.

Vorbildhaft! Tot sein, wie Gott in Ägypten. (Foto: Ricardo Liberato, cc)

Tim Turiak | Kommentare

SOZiAlE RENditE

UNSChUld – SiE bAdEN GERAdE ihRE hÄNdE dRiN

Es gibt sie noch, die miesen, alten Dinge: Hunger, Elend und Artensterben. Die Bürde der Mitschuld wiegt trotz millionenfacher Feinstverteilung bleiern und schlecht gepolstert auf den Schultern derjenigen Menschen, die es sich so richtig gut gehen lassen. Was die das Jahr über luftdicht verdrängen können, findet speziell Weihnachten, Ostern und zur Fastenzeit als milde Gabe oder Spende ein Ventil.

Um die Schuld professionell aus der feudalen Unterwäsche des Bewusstseins wegzupersilen, hat die soziokulturelle Evolution die professionellen Waschmittel der Caritas, Misereor und Greenpeace hervorgebracht. Doch eigentlich ist die Schuld bloß eingebildeter Über-ich-crap und bedarf keiner Reinigung, im Gegenteil.

Die Welt sähe schlagartig besser aus, wenn sie dem dialektisch geschulten Menschen überlassen würde, der bekanntlich nichts unter den pseudohumanen Teppich des Ablasshandels kehrt. Stattdessen spitzt er Konflikte zu, lässt Probleme eskalieren und legt noch einen Scheit ins Feuer, zum Beispiel indem er für McDonalds, Politiker oder Topmanager Spenden sammelt. Schließlich kann nur so brachialer Hass auf globales Schweinesystem, Konzerne und die-da-oben aufflammen, Revolution und Weltenbrand entfacht werden.

Natalia Stürz und Anna Stiller tricksen den Klassenfeind aus.

Tim Turiak | Kommentare

fRiENd PlANt

WhERE thE tREES hAVE NO NAME

Nur wenige Leute machen sich Gedanken um Bäume und Natur, wahrscheinlich weil sie sie für selbstverständlich hinnehmen. Der Mensch denkt eben allzu oft, dass das, was er umsonst auf den Teller des Lebens serviert kriegt, auch keine Rendite abwirft. Seine Ignoranz zeigt sich zum Beispiel darin, dass er aus dem Fenster guckt und denkt: „Ah, Baum“, dann aber gar nicht zu sagen weiß, ob es sich jetzt um eine Birke oder eine Eiche handelt. Die Konsequenzen kann man sich an zehn Fingern abzählen oder bei Michael Ende nachlesen. In seinem Opus Die Unendliche Geschichte erfährt man, dass alle Sachen ohne Namen früher oder später vom Nichts restlos aufgegessen werden. Jawohl! Und wir, die ignoranten Menschen, werden es noch nicht einmal bemerken! Das ist nicht fair gegenüber den Bäumen und nebenbei ganz schön dumm von uns: Wir sägen am Ast auf dem wir sitzen! So ein durchschnittlicher Baum schlürft nämlich ganz schön viel Co2 weg (sage und schreibe 2,3 kg pro Stunde) und produziert daneben eine Extraportion Sauerstoff (sage und schreibe 1,7 kg pro Stunde). Aber wir warten wohl lieber bis es zu spät ist und die Natur uns den Rücken kehrt. Doch wie gesagt, dann ist es zu spät! Lieber sollte der Mensch jetzt Vernunft annehmen und um Natur und Bäume kämpfen. Der angenehme Nebeneffekt: Wenn man um Sachen kämpft und dann am Ende gewinnt, ist der Gegenstand des Kampfes plötzlich doppelt so wertvoll! Drum mach schon: Mensch, fight for the trees! >>>

Volk ohne Baum – können wir das wollen? (Foto: Philipp Hey, CC)

Tim Turiak | Kommentare

facebook myspace twitter aim blogger digg tumblr delicious

MOXiE-ACtiON

REttEt diE WAhlEN.

Wahlwerbung besteht aus leeren Botschaften und austauschbaren Floskeln. Darum weiß heute niemand mehr, wie sich die Parteien eigentlich von einander unterscheiden. Das muss sich ändern >>>.

fiGht fOR thE tREES!

Menschen kennen heute mehr Namen von Marken als Namen von Bäumen, Blumen und Vögeln. Das kann nicht gut sein und bedarf der Korrektur >>>.

PROdUZiERE liEbE!

Da ist zu wenig Liebe zwischen den Menschen. Es ist höchste Zeit für mehr Zärtlichkeit >>>.

klEbE, WAS dU dENkSt

Hässliche Häuser, schlechte, unmenschliche Architektur findet man in jeder Stadt. Doch das scheint niemanden zu stören. Uns aber >>>.

´NE MiO MAl BiO

Die Inflation der Bio-Produkte untergräbt die an sich lobenswerte Bio-Idee. Alles ist “Bio” heutzutage, aber nur weil es sich so besser verkauft. Damit muss Schluss sein >>>.

dAilY ARt

Kunst versteckt sich oft hinter der elefantenhautgrauen Fratze des Alltäglichen. Mache sie allen Menschen zugänglich >>>.