01. Juni 2008 | LEbEN & TOd
dER tOd StEht diR AbER GUt – PlädOYER FüR EiNE AdREttE tOdESStättE
Pyramiden, Mumifizierung, feierliche Verbrennung und Verstreuung: Es erfüllt den Menschen mit großem Behagen, einer Gattung anzugehören, die so vielfältige Todesrituale hervorbringt und allesamt zeigen, was für attraktive Dinge mit Leichen angestellt werden können – wenn beizeiten nicht (und wie so oft) Bevormundung und Kleingeisterei uns einen Strich durch die Bestattungsrechnung machen würde!
Der analytisch geschulte Beobachter urbanen Todes jedenfalls wird bei den Ästhetisierungsversuchen der Kummelgruppe Kirche/Staat internationales Niveau und Klasse vermissen: Mögen Grabsteine auch praktische Lokalisierungshilfen für Verwandte und Kinder sein, sie reihen sich doch immer nur zu den monoton-langweiligen Groß-Domino-Feldern. Irgendwie DDRmäßig!
Drum möge, wer ohne Streetcredebility-Einbußen die letzte Ruhe fristen will, bitte möglichst frühzeitig über eine erstaunliche Architektur, ein innovatives Design und entsprechende Schritte zur Realisation des Sichbestattens nachdenken! Denn die eigenen, hochgesteckten Vorstellungen werden in den meisten Fällen an altmodischen Verordnungen, wie den Friedhofszwang, abprallen und könnten deshalb etwas mit planungsintensiver Subversion zu tun haben.
03. Februar 2008
UNSChUld – SiE bAdEN GERAdE ihRE hÄNdE dRiN
Es gibt sie noch, die miesen, alten Dinge: Hunger, Elend und Artensterben. Die Bürde der Mitschuld wiegt trotz millionenfacher Feinstverteilung bleiern und schlecht gepolstert auf den Schultern derjenigen Menschen, die es sich so richtig gut gehen lassen. Was die das Jahr über luftdicht verdrängen können, findet speziell Weihnachten, Ostern und zur Fastenzeit als milde Gabe oder Spende ein Ventil.
Um die Schuld professionell aus der feudalen Unterwäsche des Bewusstseins wegzupersilen, hat die soziokulturelle Evolution die professionellen Waschmittel der Caritas, Misereor und Greenpeace hervorgebracht. Doch eigentlich ist die Schuld bloß eingebildeter Über-ich-crap und bedarf keiner Reinigung, im Gegenteil.
Die Welt sähe schlagartig besser aus, wenn sie dem dialektisch geschulten Menschen überlassen würde, der bekanntlich nichts unter den pseudohumanen Teppich des Ablasshandels kehrt. Stattdessen spitzt er Konflikte zu, lässt Probleme eskalieren und legt noch einen Scheit ins Feuer, zum Beispiel indem er für McDonalds, Politiker oder Topmanager Spenden sammelt. Schließlich kann nur so brachialer Hass auf globales Schweinesystem, Konzerne und die-da-oben aufflammen, Revolution und Weltenbrand entfacht werden.
03. Februar 2008 | fRiENd PlANt
WhERE thE tREES hAVE NO NAME
Nur wenige Leute machen sich Gedanken um Bäume und Natur, wahrscheinlich weil sie sie für selbstverständlich hinnehmen. Der Mensch denkt eben allzu oft, dass das, was er umsonst auf den Teller des Lebens serviert kriegt, auch keine Rendite abwirft. Seine Ignoranz zeigt sich zum Beispiel darin, dass er aus dem Fenster guckt und denkt: „Ah, Baum“, dann aber gar nicht zu sagen weiß, ob es sich jetzt um eine Birke oder eine Eiche handelt. Die Konsequenzen kann man sich an zehn Fingern abzählen oder bei Michael Ende nachlesen. In seinem Opus Die Unendliche Geschichte erfährt man, dass alle Sachen ohne Namen früher oder später vom Nichts restlos aufgegessen werden. Jawohl! Und wir, die ignoranten Menschen, werden es noch nicht einmal bemerken! Das ist nicht fair gegenüber den Bäumen und nebenbei ganz schön dumm von uns: Wir sägen am Ast auf dem wir sitzen! So ein durchschnittlicher Baum schlürft nämlich ganz schön viel Co2 weg (sage und schreibe 2,3 kg pro Stunde) und produziert daneben eine Extraportion Sauerstoff (sage und schreibe 1,7 kg pro Stunde). Aber wir warten wohl lieber bis es zu spät ist und die Natur uns den Rücken kehrt. Doch wie gesagt, dann ist es zu spät! Lieber sollte der Mensch jetzt Vernunft annehmen und um Natur und Bäume kämpfen. Der angenehme Nebeneffekt: Wenn man um Sachen kämpft und dann am Ende gewinnt, ist der Gegenstand des Kampfes plötzlich doppelt so wertvoll! Drum mach schon: Mensch, fight for the trees! >>>
MOXiE-ACtiON
REttEt diE WAhlEN.
Wahlwerbung besteht aus leeren Botschaften und austauschbaren Floskeln. Darum weiß heute niemand mehr, wie sich die Parteien eigentlich von einander unterscheiden. Das muss sich ändern >>>.
fiGht fOR thE tREES!
Menschen kennen heute mehr Namen von Marken als Namen von Bäumen, Blumen und Vögeln. Das kann nicht gut sein und bedarf der Korrektur >>>.
PROdUZiERE liEbE!
Da ist zu wenig Liebe zwischen den Menschen. Es ist höchste Zeit für mehr Zärtlichkeit >>>.
klEbE, WAS dU dENkSt
Hässliche Häuser, schlechte, unmenschliche Architektur findet man in jeder Stadt. Doch das scheint niemanden zu stören. Uns aber >>>.
´NE MiO MAl BiO
Die Inflation der Bio-Produkte untergräbt die an sich lobenswerte Bio-Idee. Alles ist “Bio” heutzutage, aber nur weil es sich so besser verkauft. Damit muss Schluss sein >>>.
dAilY ARt
Kunst versteckt sich oft hinter der elefantenhautgrauen Fratze des Alltäglichen. Mache sie allen Menschen zugänglich >>>.
GEtMOXiE
MOXiE-tV
MOXiEMORPhOSE
MOXiEMANiA






