bERiChtERStAttUNG
DiE VOllE WAhRhEit übER diE MOXiEMANiA
Seit dem historischen Ereignis der moxiemania sind ein paar Tage ins Universum gegangen. Die moxie-Redaktion nahm derweil die Gelegenheit wahr, kräftig durchzuschnaufen und einmal kritisch ins Gericht zu gehen – mit dem Happening und auch mit sich selbst! Wir erinnern uns: Es galt am 27. Juni mittels einer Überproduktion an Kunst, den sich vampirisch bedienenden Kunstmarkt zu schrotten!
Dazu blitzte Starfotograf Christian Rolfes Schubkarren voll einzigartiger Portraitaufnahmen, die wir mithilfe aktueller Technologie (Rechner, Beamer) direkt in den Kunstmarkt speisten. Doch nicht genug der Fast-Art-Fabrikation! Parallel stellten wir x-beliebige Mitbringsel auf sogenannten Duchamp-Altären aus. Die Objekte erfuhren auf diese Weise eine quasi liturgische Wandlung zur Kunst hin!
Diese zwei narrensicheren Kulturtechniken, flankierten wir durch eine Betitelung aller beteiligten Menschen und Dinge. Das Ergebnis: Sowohl lebendige als auch tote Readymades, die dank klangvoller Namen, nun die nötige Geschmeidigkeit besaßen, um sie, sagen wir einmal als smart art, durch den strengsten Kritikerzoll zu mogeln!
Doch bei aller gebotenen Intellektualität ließen wir es selbstverständlich auch nicht an Krawallrhetorik mangeln. Ganz im Gegenteil: Wir jagten eine windig konstruierte Deckeninstallation symbolträchtig in die Luft. Dazu lieferten Daniel-auf-der-Mundharmonika, der DJ-der-mittanzt und ein echter MC einen glamourösen Happening-Soundtrack!
Und dennoch! Trotz zahlloser Superlativen müssen wir uns einen Lapsus zähneknirschend eingestehen: Die moxiemania 08 hat ihr Ziel um Haaresbreite verfehlt! Stichwort: Vater Staat! Dessen Exekutive griff gegen 2 Uhr morgens unsanft ein, so dass der Kunstmarkt noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen ist. Diesmal! Die Einsicht, dass Rom schließlich auch nicht an einem Tag zerstört wurde, soll uns ein Trost sein. Wir jedenfalls bleiben am Ballon.
(Achtung: Getmoxie berichtet übrigens ausführlich in der nächsten Moxie-TV-Ausgabe.)
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DEN KUNStMARkt PUlVERiSiEREN – diE MOXiEMANiA
Ist die Kunst ein gut verzinstes Sparkonto? Eine Aktie für Superreiche? Oder etwa eine Immobilie in den South Hamptons? Wir, die Menschen von der moxie-Allianz, haben uns unsere eigenen Gedanken zu diesen wichtigen Fragen gemacht und sind auch auf eine Antwort gekommen: mitnichten!
Und mit dieser Meinung stehen wir nicht allein auf dem Museumsparkett! Joseph Beuys fand zum Beispiel, dass die Kunst eine Möglichkeit sei, die ergriffen werden müsse, um den sozialen Organismus aus seiner kranken Gestalt in eine gesunde überzuführen!
Doch die Wirklichkeit hinkt in dieser Sache nicht nur hinterher, sondern tanzt auch noch nach der Pfeife des Kapitals! Erst jüngst ging ein mit 8601 Diamanten verzierter Platin-Totenkopf für 75 Millionen Euro über die Museumsshoptheke. Der Profiteur: Damien Hirst! Dieser Künstler verlangt nämlich solch aberwitzige Mondpreise für seine Staubfänger! Und damit ist er nicht der einzige. Tatsächlich schnappt die soziale Schere zwischen Künstlern und Topmanagern immer weiter auseinander – so könnte man im SPD-Jargon formulieren. Tun wir auch – im Angesicht dieser schreienden Ungerechtigkeit!
In einer beispiellosen Aktion pulverisieren wir deshalb den Kunstmarkt. Er hat es verdient, wie wir gerade selbst nachgewiesen haben. Dazu nutzen wir, ungefähr wie beim Judo, die Kräfte des Gegners aus – also die des Marktes. Stichwort: Deflation! Im Rahmen der Moxiemania 08 steigern wir die Kunstproduktion und damit auch das Kunst-Angebot nahezu explosionsartig. Und zwar mit der Hilfe der Besucher! Also mit deiner Hilfe!
Denn wenn das Gesetz von Angebot und Nachfrage tatsächlich greift, sind im Anschluss die Kunstpreise ganz nachhaltig im Keller. Das ist dann ein schwarzer Freitag für den Markt und ein sonniger für Lieschen Müller: Die kann sich nämlich – wenn die Rechnung aufgeht – auch einen Picasso über das Billy-Regal hängen. Oder, wenn sie Picasso nicht schätzt, einen Chagall!
Darum komm am besten in Scharen! Wer daneben einen Bonusbeitrag zum Erreichen des hehren Ziels leisten möchte, bringt einen x-beliebigen Gegenstand mit, den wir gleich mit zur Kunst adeln – live vor Ort! Und ad hoc!
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