01. Juni 2008 | LEbEN & TOd

dER tOd StEht diR AbER GUt – PlädOYER FüR EiNE AdREttE tOdESStättE

Pyramiden, Mumifizierung, feierliche Verbrennung und Verstreuung: Es erfüllt den Menschen mit großem Behagen, einer Gattung anzugehören, die so vielfältige Todesrituale hervorbringt und allesamt zeigen, was für attraktive Dinge mit Leichen angestellt werden können – wenn beizeiten nicht (und wie so oft) Bevormundung und Kleingeisterei uns einen Strich durch die Bestattungsrechnung machen würde!

Der analytisch geschulte Beobachter urbanen Todes jedenfalls wird bei den Ästhetisierungsversuchen der Kummelgruppe Kirche/Staat internationales Niveau und Klasse vermissen: Mögen Grabsteine auch praktische Lokalisierungshilfen für Verwandte und Kinder sein, sie reihen sich doch immer nur zu den monoton-langweiligen Groß-Domino-Feldern. Irgendwie DDRmäßig!

Drum möge, wer ohne Streetcredebility-Einbußen die letzte Ruhe fristen will, bitte möglichst frühzeitig über eine erstaunliche Architektur, ein innovatives Design und entsprechende Schritte zur Realisation des Sichbestattens nachdenken! Denn die eigenen, hochgesteckten Vorstellungen werden in den meisten Fällen an altmodischen Verordnungen, wie den Friedhofszwang, abprallen und könnten deshalb etwas mit planungsintensiver Subversion zu tun haben.

Vorbildhaft! Tot sein, wie Gott in Ägypten. (Foto: Ricardo Liberato, cc)

Tim Turiak |

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