03. Februar 2008

UNSChUld – SiE bAdEN GERAdE ihRE hÄNdE dRiN

Es gibt sie noch, die miesen, alten Dinge: Hunger, Elend und Artensterben. Die Bürde der Mitschuld wiegt trotz millionenfacher Feinstverteilung bleiern und schlecht gepolstert auf den Schultern derjenigen Menschen, die es sich so richtig gut gehen lassen. Was die das Jahr über luftdicht verdrängen können, findet speziell Weihnachten, Ostern und zur Fastenzeit als milde Gabe oder Spende ein Ventil.

Um die Schuld professionell aus der feudalen Unterwäsche des Bewusstseins wegzupersilen, hat die soziokulturelle Evolution die professionellen Waschmittel der Caritas, Misereor und Greenpeace hervorgebracht. Doch eigentlich ist die Schuld bloß eingebildeter Über-ich-crap und bedarf keiner Reinigung, im Gegenteil.

Die Welt sähe schlagartig besser aus, wenn sie dem dialektisch geschulten Menschen überlassen würde, der bekanntlich nichts unter den pseudohumanen Teppich des Ablasshandels kehrt. Stattdessen spitzt er Konflikte zu, lässt Probleme eskalieren und legt noch einen Scheit ins Feuer, zum Beispiel indem er für McDonalds, Politiker oder Topmanager Spenden sammelt. Schließlich kann nur so brachialer Hass auf globales Schweinesystem, Konzerne und die-da-oben aufflammen, Revolution und Weltenbrand entfacht werden.

Natalia Stürz und Anna Stiller tricksen den Klassenfeind aus.

Tim Turiak |

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